Die Zukunft der Rentenversicherung

Angelbachtal. Zu diesem Thema lud vergangenen Donnerstag der CDU-Gemeindeverband Angelbachtal ein. Rentenpolitik zwischen Armutsbekämpfung und Lebensstandartsicherung. Wie sieht es wirklich aus? Was läuft im Hintergrund? Wie realistisch ist die Rente in 30 Jahren? All diese Fragen beschäftigte das interessierte Publikum, unter ihnen Angelbachtals Bürgermeister Frank Werner, welcher eigens für diesen Vortrag zum TSV-Eichtersheim gekommen ist. Der in diesem Thema sehr erfahrene Referent Hans-Josef Hotz, Landesverbandsgeschäftsführer des Sozialverbandes VdK Baden-Württemberg, beantwortete all diese Fragen bis in die Tiefe, noch bevor sie gestellt werden konnten.

So stellte Hotz die Hintergründe der Rentenberechnung dar und zeigte zu Beginn auf, dass 90 % der deutschen Bevölkerung Pflichtversicherte sind. Zu den 10 Prozent derer, die nicht in der gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, gehören Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Richter, Beamte und Selbständige. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Leistungen durch die Rentenkasse, für die keine Beiträge gezahlt werden, wie zum Beispiel Mütterrente, Renten nach Mindesteinkommen und einiges mehr.

Die Durchschnittsrente liege heute bei ca. 1300 €, das heißt das Verhältnis zum Durchschnittsverdienst der Erwerbstätigen beträgt nur noch 48,2 %. 2030 liege dieses Rentenniveau nur noch bei 43 %. Dies auch nur bei lückenloser Beitragszahlung von 45 Jahren und einem 100%-Durchschnittsverdienst. Trotz gestiegener Bezüge können deutsche Rentner sich weniger leisten. Sie haben innerhalb von zwölf Jahren rund ein Fünftel ihrer Kaufkraft eingebüßt. Immer mehr ältere Menschen sind darauf angewiesen, ihre Lebensmittel von den Tafeln zu beziehen. Dieser Trend zeigt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich stetig wächst. Dazu kommt, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung wegen Arbeitslosigkeit, Erwerbsminderung, prekäre Beschäftigung, Niedriglohn, Leiharbeit, Gelegenheitsjob, etc. erhebliche Lücken in ihrer Erwerbsbiographie aufweisen. Der Grundsicherungsbedarf und die zu erwartenden Rente nähern sich im Laufe der nächsten Jahre immer mehr an. So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Rentner zusätzlich noch einem Job nachgehen.

Landesverbandsgeschäftsführer Hotz stellte unter anderem klar, dass das Rentenniveau bei mindestens 50 Prozent stabilisiert und die Erwerbsminderungsrenten müssen weiter verbessert werden. Wegen der Heraufsetzung der Regelaltersgrenze auf 67 müssen für diejenigen Menschen Regelungen geschaffen werden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis 67 arbeiten können! Die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen z.B. Mütterrente muss aus Steuermitteln erfolgen.

Auf Nachfrage aus dem Publikum, welche Handlungsmöglichkeiten es denn gäbe, machte Hotz deutlich dass die Sozialverbände – in Baden Württemberg der VDK – schon einiges erreichen konnten.

CDU-Vorsitzende Stephanie Brecht bedankte sich im Namen des Publikums sehr herzlich bei Hans-Josef Hotz für seinen ehrlichen, fachlich versierten und eindrucksvollen Vortrag.

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