Der Wünschewagen kann wieder rollen

Von Matthias Busse. Arbeiter-Samariter-Bund: Letzte Wünsche von todkranken Menschen werden erfüllt / Ehrenamtliche fertigten über 8.000 Behelfsmasken an, die zugunsten des Wünschewagens gegen eine Spende abgegeben wurden.

Edingen-Neckarhausen / Rhein-Neckar. Die letzten Wünsche von sterbenskranken Menschen erfüllen – so lautet die Mission des Wünschewagens des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Deutschland. Seit September 2016 rollt auch ein Wünschewagen des ASB Region Mannheim/Rhein-Neckar über die Straßen der Metropolregion Rhein-Neckar und erfüllt letzte Herzensangelegenheiten.
Der speziell zu diesem Zweck konzipierte Krankentransportwagen verfügt über eine notfallmedizinische Ausstattung, um seine schwerstkranken Passagiere sicher an das gewünschte Ziel zu bringen, eine Panoramarundumverglasung und ein LED- Sternenhimmel sorgen für eine angenehme Reiseatmosphäre.
Ob noch einmal zu einem Spiel der Rhein-Neckar Löwen, zur Hochzeit der Tochter nach Hockenheim, zu einem Besuch des Heidelberger Zoos, an die Nordsee oder ins Euro Disneyland Paris: Das ASB- Team setzt alles daran, Menschen jeden Alters ihren letzten Wunsch zu erfüllen.
Finanziert wird der Wünschewagen, der für die Fahrgäste kostenfrei ist, ausschließlich aus Spenden, Sponsorenmitteln und ASB-Eigenmitteln, zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer packen zudem mit an.
Aufgrund der Coronapandemie konnte in den vergangenen Wochen keine Fahrt mehr durchgeführt werden. Auf Initiative von Thomas Reuter, der sich beim ASB seit rund einem Jahr ehrenamtlich engagiert und als Fahrer fungiert, wurde aus der Not eine Tugend gemacht und das Projekt „Behelfsmaske für den Wünschewagen“ ins Leben gerufen.
Reuter: „Auch wenn der Wünschewagen nicht rollen durfte, so wollte ich dennoch nicht untätig sein und kam auf die Idee, Behelfsmasken entwerfen und nähen zu lassen. Meine Tochter Victoria, die Modedesign studiert, hat mich hierbei entscheidend unterstützt. Zahlreiche Helfer haben ausgewählte Baumwollstoffe zu über 40 ehrenamtlichen Näherinnen ausgefahren, diese haben die Masken angefertigt, mittlerweile über 8.000 Stück. Bei Vor-Ort-Aktionen, beispielsweise vor Einkaufszentren, haben wir gegen einen freiwilligen Spendenbeitrag, der zu 100 Prozent dem ASB-Wünschewagen zugutekommt, die Behelfsmasken abgegeben. An Einrichtungen wie beispielsweise Kinderheime oder Frauenhäuser haben wir kostenlos verteilt. Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass unsere Aktion eine solch tolle Resonanz gefunden hat und auch von Unternehmen unterstützt wird.“
Zu diesen gehört auch die Filiale der Adler Modemärkte AG in Edingen-Neckarhausen. Zwar erhielten die dortigen Adler-Mitarbeiter seitens des Unternehmens eigene Mund-Nasen-Schutzmasken, dennoch orderten sie rund 100 Behelfsmasken, die wunschgemäß in verschiedenen Designs vom Wünschewagenteam geliefert wurden. Adler-Geschäftsstellenleiterin Nazan Killibas: „Meine Mitarbeiterin Christine Schröter hat uns auf dieses großartige und unterstützenswerte Projekt aufmerksam gemacht. Ich war sofort dazu bereit, dem Wünschewagenteam die Möglichkeit zu geben, in unserer Filiale einen Infostand aufzubauen und die ASB-Behelfsmasken anzubieten.“ Dort waren am vergangenen Samstag Thomas und Victoria Reuter sowie Seline Palzer vier Stunden lang präsent, informierten Interessierte und konnten zahlreiche Behelfsmasken gegen eine Spende überreichen.
Ansprechpartnerin für den Wünschewagen des ASB Region Mannheim / Rhein-Neckar ist Tina Schönleber, die seit 17 Jahren beim ASB hauptberuflich arbeitet, ehrenamtliche Kräfte für den Wünschewagen ausbildet und die Fahrten plant.

„Es war wirklich bombastisch, wie viel Eigeninitiative unsere Ehrenamtlichen bei der Aktion `Behelfsmasken´, die jetzt ausläuft, weil der Bedarf gedeckt ist, entwickelt haben. Hier ist unglaublich viel Manpower entstanden. Allen Beteiligten ein ganz herzliches Dankeschön für dieses beeindruckende Engagement“, sagte Schönleber im Gespräch mit der RNZ.

Schönleber weiter: „Wir freuen uns darüber, dass der Wünschewagen jetzt wieder rollen darf. Wir prüfen von Fall zu Fall, welche Wünsche wir auch in der Coronazeit umsetzen können.“

Weitere Informationen zum Wünschewagen findet man im Internet unter www.wünschewagen.de.
Gerne kann man sich auch via E-Mail wuenschewagen@asb-rhein-neckar.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0621 / 72707 – 340 an Tina Schönleber wenden.

Spendenkonto des Arbeiter-Samariter-Bundes Baden-Württemberg e.V.:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE 43 6012 0500 0007 770400
BIC: BFSWDE33STG
Kennwort: Wünschewagen

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